Regenwürmer - Helfer in unseren Gärten

Regenwürmer fühlen sich besonders in lockeren, leichten Böden mit einem hohen pH-Wert wohl und leisten einen wertvollen Beitrag im Hinblick auf die Bodenstruktur. Insgesamt 46 Arten leben in Österreich, darunter die bekanntesten wie der Tauwurm und der Kompostwurm. Wir erklären die fünf wichtigsten Funktionen, die Regenwürmer im Garten übernehmen.


Kompostierung

Häufig wird angenommen, dass sich Regenwürmer (Lumbricidae) hauptsächlich von Erde ernähren. Betrachtet man den Ernährungsplan allerdings etwas genauer, fällt schnell auf, dass die Tiere größtenteils Pflanzen und abgestorbene Pflanzenreste verzehren. Auf diese Weise wird die natürliche Kompostierung beschleunigt, sodass Gartenabfälle und Laub in einem Garten mit einer großen Regenwurmpopulation wesentlich schneller verrotten als in einem Garten mit nur wenigen Exemplaren.


Wenn es um das Recycling von Grünabfällen geht, ist vor allem der Kompostregenwurm (Eisenia fetida) eine große Hilfe. Dieser ist dafür zuständig, Gartenabfälle in praktischen Kompost umzusetzen. Ab und an wird dieser sogar bewusst in Kompostern untergebracht.


Düngung

Im Anschluss an den Verdauungsprozess bleiben die Hinterlassenschaften von Regenwürmern in Form von kleinen Häufchen zurück. Da es bei guter Bodenqualität nicht ungewöhnlich ist, dass sich auf einen Quadratmeter bis zu 200 Würmer ansiedeln, bleiben meist zahlreiche solcher Häufchen zurück. In den Ausscheidungen sind hochkonzentrierte Bestandteile an pflanzenverfügbaren Nährstoffen enthalten. Genauer betrachtet weist der Kot von Regenwürmern im Vergleich zur herkömmlichen Gartenerde fünf mal mehr Stickstoff, sieben mal mehr Phosphat und elf mal mehr Kalium auf. Somit eignen sich die Ausscheidungen von Regenwürmern bestens als Dünger für den Garten.


Außerdem setzen sich die Hinterlassenschaften von Regenwürmern aus besonders feinen Humuspartikeln zusammen, welche wiederum die sogenannten Ton-Humus-Komplexe bilden. Diese erweisen sich sowohl für Pflanzen als auch für den Boden als durchaus wertvoll. Denn Ton-Humus-Komplexe stabilisieren und verbessern nicht nur die Bodenstruktur, sondern binden und speichern auch die von den Regenwürmern abgegebenen Mineralstoffe. Die Nährstoffe verbleiben somit für einen längeren Zeitraum im Boden, wovon die Pflanzenernährung profitiert.


Verbesserung der Bodenstruktur

Regenwürmer graben schmale Tunnel, welche die Bodenbeschaffenheit unmittelbar beeinflussen. Dabei kleiden die Würmer ihre Gänge mit einer Schleimspur aus, die den Boden mit einer Vielzahl an Mikroorganismen versorgt. Luft und Wasser werden in tiefere Schichten des Erdreichs, genauer gesagt bis zu drei Meter, geleitet. Dadurch wird die Durchlüftung verbessert und die Zersetzung von pflanzlichen Materialien in tieferen Schichten beschleunigt.


Ohne Regenwürmer ist das Eindringen von Sauerstoff in tiefere Schichten kaum möglich. Dieser ist jedoch bei zahlreichen Verderbnisprozessen von großer Bedeutung. Andernfalls erfolgt der Zersetzungsprozess von organischem Material in zahlreichen Bodenschichten nur langsam. Mit Hilfe von Sauerstoff gelingt der Abbau von abgestorbenen Pflanzenteilen allerdings erheblich schneller.


Da das Wasser einfacher in einen aufgelockerten Boden eindringen kann, verringert dies das Risiko, für die Entstehung von Staunässe. Zudem verbleibt das Wasser dank der Schwammwirkung länger im Erdboden wodurch dieser in Dürrzeiten langsamer auszutrocknen beginnt.

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Durchmischung der Erde

Wie bereits erwähnt, beeinflussen die Tunnel von Regenwürmen unmittelbar die Beschaffenheit des Bodens. Da Regenwürmer problemlos eine Tiefe von drei Metern erreichen, durchmischen diese die einzelnen Schichten des Erdbodens. Dabei zeichnet sich jede Schicht durch charakteristische Merkmale wie beispielsweise Struktur und Nährstoffgehalt aus.


Dabei ziehen die nachtaktiven Würmer unter anderem Blätter in Schichten, in denen für gewöhnlich kein organisches Material vorhanden ist. Im selben Zug befördern die Gartenbewohner wertvolle Materialien aus diesen tiefen Schichten an die Oberfläche, die sich bestens als Dünger eignen. Nach und nach beginnt sich die Bodenstruktur nachhaltig positiv zu verändern, sodass diese länger fruchtbar und stabil bleibt.


Reduktion der Bodenerosion

Witterungseinflüsse wie Wind, Wasser oder Sandstürme machen dem Erdboden auch in Deutschland zunehmend zu schaffen. Schlimmstenfalls kann es dabei passieren, dass der Boden teilweise abgetragen und an einen anderen Ort transportiert wird. Auch Hobbygärtner bleiben von der Bodenerosion durch Wasser nicht verschont, da dieses jedes Jahr einen Teil der wertvollen Erdschicht entfernt. Dies hat zur Folge, dass sich die Qualität des Bodens mit jedem Schauer weiter verschlechtert.


Da Regenwürmer jedoch zur erheblichen Verbesserung der Bodenstruktur beitragen, wirken diese der Erosion aktiv entgegen. Die schmalen Gänge der Regenwürmer verschaffen dem Erdboden zusätzliche Stabilität. In aufgelockerte Böden dringt das Wasser leichter ein, anstatt oberflächlich abzufließen. Auf diese Weise bleibt der wertvolle Boden bestehen und wird nicht abgetragen. Regenwürmer stellen sicher, dass der Gartenboden für lange Zeit fruchtbar und reich an Nährstoffen bleibt.


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